Auf dem Kontoauszug kann Monat für Monat derselbe Betrag stehen. Innerhalb einer Annuitätenrate verändert sich trotzdem die Aufteilung: Ein Teil bezahlt die Zinsen auf das noch offene Darlehen, der andere Teil reduziert die Schuld. Unter gleichbleibenden Konditionen wächst der Tilgungsanteil, wenn die Restschuld sinkt. Wer diesen Ablauf versteht, kann Monatsrate, bisherige Zahlungen und offenen Betrag besser miteinander verbinden.
Kreditrechner & Tilgungsplan stellt den Verlauf monatlich mit Datum, Zins, Tilgung und Restschuld dar. Du kannst einen Plan als CSV teilen, zwei Angebote vergleichen und zusätzliche jährliche Tilgung modellieren. Dieser Beitrag erklärt den Mechanismus mit hypothetischen Zahlen. Die Zinssätze sind frei gewählt, keine aktuellen Angebote und keine Vorhersage. Eine Modellrechnung beurteilt nicht, welche Finanzierung für deine persönliche Situation passend ist.
Was an der Annuität gleich bleibt
Im hier betrachteten Modell ist die Zahlung pro Monat konstant. Das Wort konstant beschreibt zunächst die Summe aus Zins und Tilgung. Es bedeutet nicht, dass beide Bestandteile jeweils unverändert bleiben. Die Zinsen werden auf die offene Schuld des jeweiligen Zeitraums berechnet. Sinkt diese Schuld, verändert sich bei gleichem Zinssatz auch der Zinsbetrag.
Das Glossar der Deutschen Bundesbank erläutert diese Struktur beim Annuitätendarlehen. Ein tatsächlicher Vertrag kann zusätzliche Regeln enthalten, etwa Zinsänderungen nach einer Bindungsphase oder eine besondere Behandlung von Sonderzahlungen. Der einfache Verlauf gilt daher nur unter den ausdrücklich genannten Annahmen. Eine konstante Rate in einem Modell ist keine Zusage über unbekannte spätere Konditionen.
Alle Voraussetzungen vor der Rechnung festlegen
Unser Ausgangsbeispiel verwendet 300.000 Euro Darlehen und 4 Prozent jährlichen Sollzins. Die Monatsrate beträgt 1.500 Euro. Das gesamte Darlehen ist von Beginn an ausgezahlt. Gezahlt wird am Ende jedes Monats. Für die Zinsrechnung wird der jährliche Sollzins durch zwölf geteilt. Gebühren, Sondertilgungen, zusätzliche Auszahlungen und Zinswechsel werden zunächst nicht berücksichtigt.
Wir rechnen intern ohne monatliche Cent-Rundung und runden nur die Darstellung. Ein realer Zahlungsplan kann etwa eine andere Zinskonvention, centgenaue laufende Zahlungen oder eine angepasste letzte Rate verwenden. Diese Unterschiede müssen bei einer Gegenüberstellung mit Bankunterlagen berücksichtigt werden. Ein Modell ist dann nützlich, wenn seine Voraussetzungen sichtbar und seine Grenzen nachvollziehbar bleiben.
Die erste Monatsrate zerlegen
Der monatliche Modellzins ist 0,04 geteilt durch zwölf. Multipliziert mit 300.000 Euro entstehen im ersten Monat 1.000 Euro Zinsen. Von den 1.500 Euro Zahlung bleiben 500 Euro Tilgung. Die neue Restschuld beträgt damit 299.500 Euro. Diese drei Schritte bilden eine vollständige erste Monatszeile: Zins berechnen, Tilgung bestimmen, Schuld vermindern.
Wenn du nur die Rate betrachtest, siehst du diese Aufteilung nicht. Wenn du nur die Restschuld betrachtest, fehlt der Bezug zur geleisteten Zahlung. Ein Tilgungsplan verbindet beide Ansichten. Für eine Plausibilitätsprüfung ist die erste Zeile besonders geeignet, weil alle Ausgangswerte bekannt sind und sich die Rechnung ohne lange Formelfolge nachvollziehen lässt.
Im zweiten Monat beginnt der Effekt
Jetzt wird der Zins auf 299.500 Euro berechnet. Er beträgt rund 998,33 Euro. Von der unveränderten Rate bleiben rund 501,67 Euro Tilgung. Danach sind rund 298.998,33 Euro offen. Gegenüber dem ersten Monat ist der Tilgungsanteil also etwas größer, obwohl keine höhere Rate gezahlt wurde.
Im dritten Monat sinkt der Zins weiter auf rund 996,66 Euro. Die Tilgung beträgt rund 503,34 Euro, die Restschuld rund 298.494,99 Euro. Die Veränderung ist anfangs klein, summiert sich aber über viele Zahlungen. Eine Darstellung nur mit Jahreswerten kann diesen Mechanismus verdecken; einzelne Monatszeilen machen die laufende Bewegung sichtbar.
| Monat | Zins | Tilgung | Restschuld nach Zahlung |
|---|---|---|---|
| 1 | 1.000,00 € | 500,00 € | 299.500,00 € |
| 2 | 998,33 € | 501,67 € | 298.998,33 € |
| 3 | 996,66 € | 503,34 € | 298.494,99 € |
Den Verlauf mit einer einfachen Regel fortsetzen
Jede weitere Zeile beginnt mit der Restschuld der vorherigen Zeile. Du multiplizierst sie mit dem Monatszinssatz, ziehst den Zinsbetrag von der Rate ab und reduzierst die Schuld um die daraus entstehende Tilgung. In Kurzform lautet die Bewegung: neue Restschuld gleich alte Restschuld plus Monatszins minus Zahlung.
Diese Regel lässt sich auch in einer eigenen Tabelle verwenden. Wichtig ist, dass eine Formel nicht versehentlich immer wieder auf den ursprünglichen Darlehensbetrag verweist. Sonst bleiben die Zinsen in der Tabelle unverändert, obwohl du eine sinkende Schuld zeigen möchtest. Die Seite Excel oder Kredit-App erläutert, wie du Eingaben, Formeln und CSV-Verlauf nachvollziehbar miteinander verbindest.
Nach einem Jahr die Summen prüfen
Nach zwölf Raten wurden 18.000 Euro gezahlt. Die Restschuld unseres Modells beträgt rund 293.888,77 Euro. Damit wurden rund 6.111,23 Euro vom Darlehen getilgt. Die Zinsen im ersten Modelljahr betragen rund 11.888,77 Euro. Zusammen ergeben Tilgung und Zinsen wieder die 18.000 Euro Zahlungen.
Diese Summenprüfung ist ein nützlicher Gegencheck für eine Tabelle. Anfangsdarlehen minus Restschuld ergibt bei unveränderten übrigen Bedingungen die bisherige Tilgung. Die Differenz zwischen bisherigen Zahlungen und Tilgung ergibt die Zinsen. Wenn diese Beziehungen nicht aufgehen, prüfe zusätzliche Zahlungen, Auszahlungen oder Kosten und kontrolliere, welche Beträge tatsächlich in der jeweiligen Summe enthalten sind.
Anfangstilgung ist nicht jedes Jahr dieselbe Tilgung
Die anfängliche Rate unseres Beispiels lässt sich aus 4 Prozent Sollzins und 2 Prozent Anfangstilgung ableiten: 300.000 Euro mal 0,06 geteilt durch zwölf ergibt 1.500 Euro. Die 2 Prozent beziehen sich auf die anfängliche Tilgungsrate. Sie bedeuten nicht, dass jedes Jahr unverändert genau 6.000 Euro getilgt werden.
Schon im ersten vollständigen Modelljahr sind es durch die monatlich sinkenden Zinsen rund 6.111,23 Euro. In späteren Jahren steigt der Tilgungsanteil weiter, solange die Annahmen unverändert bleiben. Deshalb wäre es falsch, die gesamte Rückzahlungsdauer einfach als hundert geteilt durch den Anfangstilgungs-Prozentsatz zu bestimmen. Unter Anfangstilgung vergleichen werden unterschiedliche Ausgangsraten gegenübergestellt.
Gleichbleibende Tilgung wäre ein anderer Verlauf
Du kannst zum Verständnis ein anderes hypothetisches Modell danebenstellen: Jeden Monat werden genau 500 Euro vom ursprünglichen Darlehen getilgt, zusätzlich werden die jeweils anfallenden Zinsen bezahlt. Dann wäre die erste Zahlung ebenfalls 1.500 Euro. Die zweite Zahlung würde aber bereits rund 1.498,33 Euro betragen, weil bei derselben Tilgung von 500 Euro weniger Zinsen anfallen.
Das ist ein anderer Zahlungsmechanismus als die konstante Annuität. Er zeigt, warum die Wörter Rate und Tilgung nicht austauschbar sind. Eine Tabelle mit unverändertem Tilgungsbetrag darf nicht stillschweigend als identischer Annuitätenplan bezeichnet werden. Für einen echten Vertrag musst du wissen, welche Rückzahlungsstruktur vereinbart ist, bevor du eine Formel auswählst oder zwei Ergebnisse vergleichst.
Die Restschuld nach zehn Jahren lesen
Nach 120 Raten bleiben im Ausgangsmodell rund 226.375,10 Euro offen. Die bis dahin gezahlten 180.000 Euro bestehen aus rund 73.624,90 Euro Tilgung und rund 106.375,10 Euro Zinsen. Diese Zahlen beziehen sich ausschließlich auf den betrachteten Zeitraum. Sie zeigen nicht den gesamten Aufwand einer späteren Anschlussfinanzierung.
Wenn eine Zinsbindung nach zehn Jahren endet, ist der offene Betrag der Ausgangspunkt einer neuen Betrachtung. Ein unverändert fortgeschriebener Sollzins wäre danach eine Annahme. Die App markiert das Ende der Zinsbindung im Verlauf, damit dieser Übergang erkennbar bleibt. Der Blog zur Restschuld nach zehn Jahren zeigt Anschluss-Szenarien mit ausdrücklich hypothetischen Zinsen.
Vollständige Rückzahlung bei fest angenommener Verzinsung
Würden 4 Prozent Sollzins und 1.500 Euro reguläre Monatsrate im Ausgangsmodell bis zur vollständigen Tilgung bestehen bleiben, wäre die Rückzahlung im 331. Monat abgeschlossen. Nach 330 vollen Raten bliebe eine letzte Zahlung von rund 199,32 Euro. Insgesamt ergäben sich rund 195.199,32 Euro Zinsen über diesen gesamten hypothetischen Verlauf.
Diese Zahlen sind keine Prognose eines tatsächlichen Kredits mit kürzerer Zinsbindung. Sie beantworten nur die mathematische Frage unter dauerhaft unveränderten Annahmen. Eine verkürzte Darstellung wie fertig in rund 28 Jahren wäre ohne diese Voraussetzungen missverständlich. Beim Teilen eines langfristigen Plans solltest du deshalb angeben, über welchen Zeitraum Konditionen vereinbart und ab wann sie lediglich fortgeschrieben sind.
Eine feste Laufzeit stellt die Frage andersherum
Wenn du einen Betrag in einer vorgegebenen Zahl von Monaten vollständig zurückzahlen möchtest, wird die erforderliche Rate aus dieser Zeitvorgabe berechnet. Die Annuitätenformel verwendet dafür Darlehensbetrag, Monatszins und Zahl der Zahlungen. Das ist eine andere Ausgangsfrage als die Wahl einer Anfangstilgung mit anschließender Betrachtung der Restschuld.
Hypothetisch führen 20.000 Euro bei 6 Prozent jährlichem Sollzins über 60 Zahlungen am Monatsende zu rund 386,66 Euro monatlicher Modellrate. Dabei werden keine Gebühren oder Sonderzahlungen berücksichtigt. Die mathematische Herleitung und der Nullzinsfall stehen unter Annuität selbst rechnen. Beide Aufgaben können mit ähnlichen Begriffen beschrieben werden, sollten aber nicht vermischt werden.
Sondertilgung als zusätzlichen Vorgang behandeln
Eine Sonderzahlung reduziert im Modell die Schuld außerhalb der normalen Rate. Bei danach gleicher Rate und gleichem Sollzins verringert sie künftige Zinsanteile. Ihr genauer Effekt hängt vom Zeitpunkt ab. Kreditrechner & Tilgungsplan bietet jährliche Sondertilgungen; für eine nachvollziehbare Gegenüberstellung müssen Zahlungsbetrag und Termin erkennbar sein.
Prüfe die vertraglichen Möglichkeiten getrennt von der Rechenwirkung. Eine im Modell eingetragene Zusatzleistung ist keine vertragliche Erlaubnis. Der Beitrag Sondertilgung und Restschuld unterscheidet zusätzliche Zahlungen und eingesparte Zinsen anhand eines festen Jahrestermins. So wird der geringere Endsaldo nicht vollständig als reine Ersparnis missverstanden.
Rechengrenzen ernst nehmen
Wenn eine Zahlung den laufenden Zins nur deckt, wird im einfachen konstanten Modell nichts getilgt. Liegt sie darunter, entsteht kein gewöhnlicher Rückzahlungsverlauf auf null. Eine längere angezeigte Zeit löst dieses Grundproblem nicht. Prüfe in solchen Fällen die Einheiten, die verwendete Zinsangabe und mögliche besondere Vertragsbausteine.
Für den Angebotsvergleich ist zusätzlich der Unterschied zwischen Sollzins und effektivem Jahreszins wichtig. § 16 PAngV regelt die Kostenkennzahl effektiver Jahreszins. Sie ist nicht beliebig als monatlicher Sollzins einsetzbar. Die Seite Sollzins und Effektivzins hilft, die Angaben aus einem Angebot getrennt zu übernehmen.
Den Plan als gemeinsame Gesprächsgrundlage verwenden
Benenn deine Variante mit Betrag, Zinssatz, Rate und betrachteter Zeit. Ergänze Datum, Sonderzahlungen und offene Vertragsfragen. Der CSV-Export eignet sich, um eine konkrete Zeile gemeinsam zu besprechen. Wenn du zwei Angebote oder eine Umschuldung vergleichst, halte deren Ausgangspunkt und Kostenumfang gleich nachvollziehbar. Die App kann beim Umschuldungsvergleich auch eingetragene Vorfälligkeitsentschädigung und Nebenkosten berücksichtigen.
Kreditrechner & Tilgungsplan im App Store ansehen. Nutze den Verlauf, um hinter der gleichbleibenden Rate zu erkennen, wie Zinsen, Tilgung und Restschuld zusammenarbeiten.
Kreditrechner & Tilgungsplan
Monatsrate, Zinsen und Restschuld zusammen betrachten: mit datiertem Tilgungsplan als CSV, jährlicher Sondertilgung, Angebotsvergleich und Umschuldung einschließlich eingetragener Ablösekosten.